Der Österreichische Physiker Simon von Stampfer (1790-1864)
war ein erfolgenreicher Gelehrter, Wissenschafter und Erfinder auf
den Gebieten Vermessungswesen, Astronomie, Mathematik und Optik.
Ein „Nebenprodukt“ seiner Forschungen hat ihn einer
breiten Öffentlichkeit
bekannt gemacht: Die sog. Zauberscheiben, mit denen einzelne
Bilder zu einem „Film“ verschmelzen.
Viel bekannter ist sein Schüler Christian Doppler, vor allem durch
den nach diesem benannten Dopplereffekt, der die weit reichendsten
Folgen für die gesamte
moderne Naturwissenschaft hat.
Simon Stampfer erfand in
Wien zur gleichen Zeit wie Joseph Plateau in
Belgien um die Mitte des 19.Jh. jene Scheiben, welche als Anfänge
der bewegten Bilder, das heißt der Trickfilme gelten.
Vorausgegangen waren wissenschaftliche (physiologische) Untersuchungen
zum Vorgang des Sehens und speziell der Nachbildwirkung.
Das Gehirn merkt sich auch nur sehr kurz gesehene Bilder und verschmilzt
sie im Kopf zu einer zusammenhängenden Bewegung.
Dabei ergänzt das Gehirn die fehlenden Zwischenstufen, sodass
bereits ca. 12 Bilder pro Sekunde genügen, um den Eindruck einer
ununterbrochenen Bewegung zu erzeugen.
Die Filmkamera nimmt ca. 25 Bilder pro Sekunde auf, indem sie alle
dazwischen liegenden Bewegungsabschnitte wegblendet.
Die „zusammenhängende“ Wirklichkeit wird also nur abgetastet,
was sehr viel Speicherplatz spart. Die digitale Speicherung von Bildern
und Tönen
beruht u.a. auf diesem „Abtasttheorem“.
Umgekehrt erklärte der Physiker Faraday, wie man mit Hilfe
einer solchen schwarzen mit Sehschlitzen versehenen Scheibe schnell
ablaufende Bewegungen in der Natur wie Räder, Wellen, Flügelschläge
usw. optisch scheinbar „zum
Stehen“ bringen kann.
Eine sehr gute und umfassende Biografie
mit vielen Abbildungen und weiter führenden Hinweisen, die anlässlich
des 140. Todestages für ein Symposium an der Technischen Universität
2004 zusammen gestellt wurde, findet man unter www.clubosttirol.at/simon_stampfer.htm
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