Modulare Oberstufe

Die modulare Oberstufe beginnt in der 6. Klasse (10. Schulstufe). Die SchülerInnen müssen die gleiche Stundenanzahl wie an anderen Gymnasien absolvieren, sie haben allerdings wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten. Die Pflichtfächer wie z. B. Deutsch, Mathematik, Englisch etc., die jetzt Basismodule heißen, sind stundenmäßig reduziert. Die Stundenreduzierung auf der einen Seite schafft die Voraussetzung für ein breites Angebot an Wahlmöglichkeiten. Die sogenannten Wahlmodule sind unterteilt in Ergänzungs-, Vertiefungs- und Schlüsselqualifikationsmodule.

  • Basismodule (Pflichtfächer wie Deutsch etc.) sind verpflichtend, im Stundenausmaß etwas reduziert.
  • Wahlmodule (bisher Wahlpflichtfächer) sind wesentlich erweitert und in einem vorgegebenen Rahmen von den SchülerInnen ihren Interessen entsprechend „wählbar“. Es werden drei Arten von Wahlmodulen unterschieden:
  • Ergänzungsmodule erweitern das allgemeine Fachangebot, z. B. Italienisch, Spanisch, Informatik, Darstellende Geometrie.
  • Vertiefungsmodule beziehen sich auf die Basismodule (Deutsch, Englisch, Mathematik etc.) und haben die Funktion, Inhalte zu „vertiefen“ und vernetzendes Denken (fächerübergreifende Angebote) zu fördern.
  • Schlüsselqualifikationsmodule sollen zukünftige Anforderungen in Beruf und Gesellschaft flexibel bewältigen helfen. Beispiele für Angebote sind Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Medienkunde, wissenschaftliches Arbeiten.

Nach jedem Semester gibt es ein Zeugnis. Ein Durchfallen im herkömmlichen Sinn gibt es nicht mehr. Ein Nicht Genügend kann durch Wiederholungsprüfungen ausgebessert werden. Wiederholungsprüfungen können in einem Fach mehrmals abgelegt werden. Mit diesem Konzept wird den SchülerInnen die Möglichkeit geboten, bei negativem Abschluss aus ihren Fehlern zu lernen.

Ohne Vision kein Ziel
Jedes bildungstheoretische Konzept bedarf eines Rahmens. Den Rahmen für die modulare Oberstufe bildet ein dynamischer Humanismus.

  • Bildung im Sinne eines dynamischen Humanismus richtet den Blick auf das Ganze und versucht, die Freiheit des Individuums vor der Instrumentalisierung für kurzfristige Zwecke zu sichern (Comenius). Der Imperativ gymnasialer Bildung lautet: Wehre dich gegen die Reduzierung des Menschen auf instrumentelle Vernunft (vgl. Theodor W. Adorno)!
  • Bildung ist vor allem auch Sprachbildung, weil nur mit der Sprache eine Weltsicht entwickelt werden kann (Wilhelm von Humboldt). Sprachbildung ist die Voraussetzung dafür, dass man seine Vernunft richtig anwenden kann. Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (Horaz und I. Kant)!
  • Bildung strebt die Vision einer interkulturellen Toleranz an: Überwinde die Neigung zur Blindheit gegenüber Traditionen, Geschichte und anderen Kulturen!
  • Bildung ist sich der Grenzen der Erkenntnis bewusst und deshalb nicht dogmatisch. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher und offen für die Argumente anderer (vgl. Sokrates, K.R. Popper und J. Habermas)!

Walter Steinbichler , MOS–Koordinator

 

Weitere Informationen zur MOST

Präsentation Modulare Oberstufe 5. Klassen

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